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Besuch im TT 34 - Grab des Monthemhet

Durch eine wunderbare Freundschaft mit einem Ehepaar in El Gouna kam im November 2015 ein nicht alltägliches Treffen mit dem Bruder des Ehemannes zustande. Auf einer Einkaufsfahrt ins Handwerkerviertel Hurghadas, erzählte ich meinem Freund Mousa von den Plänen nach Luxor und Abydos zu fahren. Worauf er meinte: Conny, wenn du nach Luxor fährst kannst du meinen Bruder besuchen, er ist seit ein paar Wochen wieder dort, ich habe gestern erst mit ihm telefoniert. Er arbeitet mit einem Team noch bis Dezember an dem Grab von Monthemhet (TT34).

Ein riesiger Glücksfall, eine einzigartige Gelegenheit tat sich auf. Er organisierte einen Termin mit seinem Bruder dem Ägyptologen Dr. Farouk Gomaa und ich trommelte via Internet und Telefon alle Ägyptenfreunde, die zur selben Zeit auf der West Bank (Theben West) Urlaub machten zusammen. Am 08.11. um 6 Uhr in der Früh fuhr ich von El Gouna aus los, besuchte die Tempelanlage in Abydos, traf am Abend die Freunde, und übernachtete in meinem Lieblingshotel "El Mesala"

Am 09.11.2015 war es endlich soweit - Dr. Farouk Gomaa erwartete uns gegen 12 Uhr. Mit einem vollbesetzten Minibus fuhren wir zum Eingang des Hatschepsut Tempels. Doch ganz so einfach, wie wir uns das vorgestellt hatten war es dann doch nicht. Zwar erwartete er uns, ich hatte auch die Handynummer von ihm, aber im Grab selbst hatte er keinen Empfang. Es dauerte eine knappe Stunde ehe wir die Sicherheitskontrollen durchlaufen hatten, die Sicherheitsbeamten uns endlich glaubten, und sie ihn erreichen konnten. Von seinem Bruder wusste ich, auch im Ruhestand lässt ihn das Grab des Monthemhet, die Ruhestätte des Bürgermeisters von Theben, nicht in los. Viel zu viel sei noch ungeklärt. 

Nachdem das gut gesicherte Holztor für uns geöffnet wurde stiegen wir eine ca. 70m lange Rampe in die Tiefe, kamen an einer zweiten Tür an, die aufgeschlossen wurde. Nun standen wir in einer Art Flur, in dem uns Dr. Gomaa herzlich empfing. Gemeinsam gingen wir in einen Lichthof, Dr. Gomaa erzählte, dass hier die Angehörigen an bestimmten Feiertagen Zeremonien zum Totengedenken abhalten haben. Er hatte auf alles eine Antwort, erklärte geduldig die vielen Fragen und schenkte uns eine gute Stunde seiner kostbaren Zeit.

Wer war dieser Monthemhet? - Er lebte zur Zeit der 26. Dynastie, was dem 6. und 7. Jahrhundert vor Christus entspricht. Seine Stellung als Bürgermeister von Theben West und vierter Gottesdiener des Amun, spiegelt sich in den Größe seines Grabes wieder, das ca. 130m lang, 25m breit ist und lt. Dr Gomaa bis 30 Meter in die Tiefe reicht und eine der größten Grabstätten für privat Personen ist.

Seit inzwischen 10 Jahren (2006) laufen die Grabungen. Bisher wurden knapp 60 Grabkammern von Schutt und Geröll befreit. Man hat den Sarkophag des Sohnes von Monthemhet gefunden, aber der von ihm selber - bisher nicht. 

Auch wenn mich die Altertümer des Landes oder die "Ägyptologie" und die "alten Steine" nicht zu 100% fesseln, war es doch fantastisch, dieses herrliche Gab, das ich 2012 nur von oben bewundern konnte, mir aber wünschte nur einmal dort unten zu stehen, am 09.11.2015 gemeinsam mit meinen Freunden betreten durfte. Denn so wie es zurzeit aussieht, wird dieses Grab wohl nie für die Öffentlichkeit freigegeben werden.

Lieber Herr Dr. Gomaa, im Namen aller Besucher möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bedanken. Keiner von uns wird Sie und den Besuch im Grab des Monthemhet vergessen. Wir wünschen Ihnen alles Gute. Insha´Allah sehen wir uns wieder und auch dir lieber Moussa vielen lieben Dank - wir sehen uns ja bald.

Nachtrag: Leider ist Dr. Farouk Gomaa am 01.12.2017 nach langer Krankheit verstorben. Ruhe er in Frieden.

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erstellt im Januar 2015

 

 

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