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Das erste Mal allein nach Ägypten

Mein "erstes Mal" allein nach Ägypten ist schon ein paar (mehr) Jahre her und doch erinnere ich mich immer wieder gern daran zurück, denn die Reise hat mir eine wunderbare Freundschaft gebracht, die bis heute Bestand hat. Ihr folgten dann einige Besondere mehr. Nach 2 bis 3 Tagen hatte ich plötzlich das Bedürfnis alles erlebte aufschreiben zu müssen, um ja nichts zu vergessen. Von dieser ersten sieben Tage-Singel-Reise nach Ägypten kam ich (fast) als anderer Mensch zurück.

Die folgende Geschichte erzählt von meiner ersten Alleinreise in´s Land der ewigen Sonne, der faszinierenden Wüste, dem meist blau aussehenden Roten Meer, den beeindruckenden Pyramiden, den geheimnisvollen Pharaonen und von unglaublichen netten Menschen und Gastgebern. Den Text von damals habe ich bis auf kleine Zusätze weitgehend so gelassen.

29. Oktober 2003 (22 Uhr) - Jetzt gab es kein zurück mehr, ich hatte mich per Internet entschieden und fliege sieben Tage nach Safaga, und zwar allein. Das Hotel Lotus Bay war mir zwar unbekannt, aber egal die Beschreibung war okay. Laut Recherche war es gar nicht weit vom Holiday Inn, in dem mein Mann und ich im März erst waren.

Planen konnte ich sowieso nichts, ich wollte einfach nur weg, Ruhe und Abstand. Das fast vergangene Jahr war gesundheitlich, wie beruflich sehr anstrengend und meine bessere Hälfte hatte keine Lust wieder in die Gegend zu fahren. Aber wo gab es bei so einer kurzen Flugzeit zu der Jahreszeit noch so top Wetter?

30. Oktober - Wegen aufkeimenden Zweifeln, ob das nun in Ordnung ist allein nach Ägypten zu fliegen, stöberte ich am Abend noch mal im Netz, um Infos für alleinreisende Frauen in Ägypten zu finden. Ich klickte die Homepage der Familie Kölbel an, die war immer interessant, denn auch sie sind Ägyptenfans. Was war das denn - ich traute meine Augen kaum, da stand im Gästebuch ein neuer Eintrag von Samir, meinem „alten“ e-Mail-Freund".

Zum besseren Verständnis: Ende 2001 landete ich auf der Suche nach Ägypteninfos auf der Homepage besagter Familie Kölbel. In deren Gästebuch entdeckte ich einen Eintrag der mich neugierig machte. Da beschrieb ein Deutsch-Ägypter, mit Angabe seiner e-Mail-Adresse, seinen Arbeitsplatz und pries seine Hilfe vor Ort und bei der Wahl der Hotels an der Makadi-Bay an. Ich tickerte ihn an und so kam es, dass wir uns damals über einen langen Zeitraum mindesten einmal in der Woche schrieben. So erfuhr ich einiges über Land und Leute und natürlich ihn selbst.

Im Herbst 2003 musste ich dann dringend meinen Teil vom PC ordentlich aufgeräumt, wollte umstrukturieren, übersichtlicher anordnen und alles, was mir zu diesem Zeitpunkt unwichtig erschien löschen, so auch den Ordner „SAMIR-Reiseleiter in Ägypten“, denn unser Kontakt war sein gut einem halben Jahr eingeschlafen. Er hatte einen Link auf die Homepage gesetzt, in den ich mich gleich einwählte. Nun wurde es richtig spannend. Sofort schreib ich ihm eine e-Mail, ob er sich ggf. noch erinnert und dass ich am kommenden Montag in Hurghada landen würde. Es dauerte keine drei Stunden da hatte ich eine Antwort:

Original e-Mail: Guten Tag Conny, vielen Dank fuer Deine Email ich habe mich natuerlich sehr darueber gefreut ich hoffe auch das es Dir sehr gut geht ... natuerlich kenne ich Dich noch, und freue mich um so mehr das Du morgen schon am Roten Meer bist, ;-) Meine Telefon Nummer hast Du ja. Du brauchst mich einfach nur anzurufen, egal wann ... von Deinem Zimmer aus, oder Operator und wir koennen uns gerne in Safaga treffen, ich habe ein Auto, somit ist das kein Problem, wuerde mich sehr freuen! Ich wuerde mich sehr freuen wenn Du mir zurueck schreiben wuerdest und sende Dir viele Gruesse aus Hurghada, Dein Gastgeber SimSim
 
31. Oktober - Ich musste ihm tatsächlich noch mal schreiben, hatte noch Fragen zu meinem gebuchten Hotel. Die Antwort kam prompt: Guten Tag Conny, ich freue mich Dich bald persönlich kennen zulernen und warte auf Deinen Anruf, einen wunderschoenen Flug wuensche ich Dir! Das hörte sich ja alles sehr schön an, die Spannung wuchs, ich konnte es kaum erwarten. Und das Samir u.a. seinen Traum von einem eigenen Reiseunternehmen tatsächlich verwirklicht hatte, freute mich riesig. Darüber hatten wir damals viel und oft geredet.
 
1. November - Waschen und packen war angesagt. Was brauchte ich, was nicht? Gute Frage!
 
2. November - Um 22.50 Uhr sollte es losgehen. Gegen 17.30 Uhr stand im Videotext, dass die Maschine von Egypt Air erst morgen um 6.45 Uhr gehen soll. Anruf bei dem Lastmiunute-Reisebüro, die wussten erst mal nix, aber eine Telefonnummer von Hannover gaben sie mir. Anruf in Hannover, ja tatsächlich, die Maschine geht erst morgen um 6.45 Uhr. Noch eine aufregende Nacht zu Hause, an Schlaf war kaum zu denken.
 
3. November - Mein Mann fuhr mich zum Flughafen. Jetzt brauchte ich nur noch mein Ticket am Swiss-Air-Schalter abholen, damit ich überhaupt mitkam. Halle A ganz hinten solle er sein. Kein Mensch zu sehen, aber eine Klingel befand sich auf dem Tresen, keine Reaktion. Warten! Nach ca. 15 Minuten haben wir überlegt, ob es evt. noch einen Schalter der Fluggesellschaft geben könnte. Laut Aussage des Flughafenpersonals wäre dieser hier der einzige. Es gab aber doch noch einen, der war besetzt, der Schalterfutzi fing an zu meckern, warum wir das Ticket nicht schon gestern abgeholt hätten, er wäre heute nur durch Zufall anwesend. Egal was er erzählte - ich hatte meinen Flugschein, ab zum Check-In.
 
Die Reise begann schon abenteuerlich und so ging sie auch weiter. Um 6.30 Uhr saß ich im Flieger und betete das es endlich los ging. Sehr vertrauenswürdig kam mir die Maschine von Egypt Air allerdings nicht vor. Der Teppich wellte sich zu perfekten Stolperfallen, einige Kopfstützen und Rückenlehnen waren defekt, in manchen Ritzen klebte noch das von irgendeinem einem Magen retour geschickte Mittagessen, dass Flugpersonal war ziemlich abgenervt und unfreundlich. Noch 4,5 Stunden, wenn ich Glück hatte, und ich bin dort wo ich hin wollte. Der Flug war, abgesehen von einigen Luftlöchern okay. Die Landung des Piloten war aller erste Klasse, so eine weiche erlebt man eher selten. Die Uhr eine Stunde zurück drehen und raus hier. Als ich aus der Tür trat hatten wir 34°C und die Sonne lachte von einem strahlend blauen Himmel. Der Flughafen in Hurghada sah schon wieder anders aus als im März diesen Jahres, als ich mit meiner „besseren Hälfte“ hier landete.
 
Als alleinstehende, ältere Frau hat man doch manchmal Vorteile, zumal wenn man die selbe Uhr trägt wie der Reiseleiter und genau das tat ich, bekam genaue Auskünfte und seine Begleitung zum Bus. Der Bus solle eigentlich nur bis zur Makadi-Bay fahren, doch nun hieß es für den Fahrer weiter nach Safaga. Der Mikrobus hatte fünf Fahrgäste, vier für die Makadi-Bay (10 km). Ohweia, als die vier ausstiegen stellte eine junge Frau fest, dass ihr Mann den falschen Koffer vom Band geschnappt hatte. Nochmalige Kontrolle im Jeep, zwei Hände langten nach dem Letzen - STOP - NEIN dachte ich, das ist meiner und der bleibt hier. Auf der Weiterfahrt wollte der Fahrer ein Gespräch anfangen. Außer Arabisch und Englisch sprach er nur wenige Brocken Deutsch. Ich kann beide Fremdsprachen nicht! Aber irgendwie versteht man sich immer wenn man will und er wollte wissen, ob ich einen Mann und Kinder habe. Ja gab ich ihm zu verstehen, ich habe einen Mann und einen 26 Jahre alten Sohn. Er meinte „SCHADE“ er suche eine deutsche Frau, die so nett und schön sei wie ich, dass wäre toll. Ups, das fing ja heiter an!

Die Gegend durch die wir fuhren kannte ich vom Frühjahr her, eigentlich sollten wir bald am Holiday Inn vorbeikommen. Da war es und das nächste Hotel war mein LOTUS BAY - endlich war ich angekommen.  Er hievte meinen Koffer raus, ich drücke ihm mit einem Lächeln zwei Dollar in die Hand, wünscht ihm von Herzen alles Gute, Bye bye und bis bald. Salam! Ebenso!
 
In der Eingangstür stand ein Boy (immer zu Scherzen aufgelegt) der mich über beide Ohren angrinste und willkommen hieß. Von der Rezeption kam die Frage nach dem Hotelgutschein, ich hatte keinen Gutschein, brauchte ich dann auch nicht, alles klar! Aber eine Karte mit den üblichen Personalien und Fragen, wie An- und Abreisedatum und wie ich meine Rechnung bezahlen wollte, musste wohl doch sein. Ich schrieb in die Felder etwas rein, wo ich meinte das es hingehörte. Kein Problem! Der Reisepass verschwand unter der Theke. Der Zimmerschlüssel trug die Nummer 170. Der immer noch grinsende Boys schnappe sich meinen Koffer und erzählte unterwegs: Zimmer ganz toll und wunderschön! Na dann schaun wir mal ob`s stimmte. Die Luft und die Sonne, ich atmete ganz tief durch. Herrlich! Das Zimmer war wirklich sehr schön, klein aber fein, super sauber und die Klimaanlage funktionierte auch auf Knopfdruck - von ihm! Die brauchte ich auch erst mal, vor sieben Stunden +8°C und Regen, und hier stehende +29.8°C im Raum. Sehr höflich und mit einem wunderschönen Lächeln verschwand er. Der Gute war noch öfter zu Stelle, hat mir immer die Tasche getragen, auch wenn es nur ein paar Meter waren. Sich verwöhnen lassen ist einfach schön und ich habe es richtig genossen.
 
Raus aus den Reise- und Alltagsklamotten und das Urlaubsdress angelegt. Vom Zimmer aus konnte ich schon das blaue Rote Meer sehen und dachte: „Warte nur ich komme!“ In die Strandtasche kam alles rein von dem ich meinte, dass ich es evtl. brauchte, mit den Tiger-Flip-Flops von Mallorca an den Füßen ging es vorbei am Pool, an dem sich nicht mehr als drei bis vier Figuren aufhielten, direkt zum Meer. Ich konnte es kaum fassen, dass Wasser hatte Badewannentemperatur. Aber natürlich hatte ich wieder mal etwas vergessen einzupacken, auch noch das wichtigste, die Maske und den Schnorchel. Perfekt - mein Zimmer war ja nicht weit und die Entfernung geradezu genial, für jemanden wie ich es bin!
 
Mit der Schnorchelmaske ging´s los, ich musste gucken, ob es auch hier im Meer was zu sehen gab. Ein älteres Ehepaar (nachfolgend Oma und Opa Otto genannt), sie mit einer OP-Haube auf dem Kopf, damit die Mini-Dauerwelle nicht nass wurde und er mit einem Gebiss wie Stefan Raab, sprachen mich gleich an: Na, sie wollen wohl Schnorcheln, das Wasser ist schön warm (28°C). Wir haben sie ja noch nie hier gesehen! Wie auch dachte ich, bin ja mal gerade eine Stunde hier und sagte: Bin eben erst angekommen! Tschüss bis heute Abend, man sieht sich!
 
Es gab tatsächlich ein schönes Hausriff, alles was Samir geschrieben hatte traf zu. Heute blieb mir nicht mehr so viel Zeit, um ca. 17 Uhr OZ plumpst die Sonne hinter die Berge und es wird sehr schnell dunkel. Ich schaute mich noch ein wenig um, holte mir an der Poolbar eine Flasche Wasser und ging dann auf mein Zimmer zurück. Das TV-Gerät war kein Problem, es erlaubte mir drei heimische Sender zu empfangen, dass war mehr als genug. Schnell Haare waschen, den Rest auspacken und alles auf sage und schreibe drei ägyptische Kleiderbügel verteilen. Geht aber auch wenn man will, oder besser gesagt muss!
 
Zum Zimmer gehört eine kleine Terrasse. Mit den Maßen 1,20m X 1,40m, es standen zwei Korbsessel und ein kleiner runder Tisch darauf und ließ für Personen recht wenig Platz. Einen Sessel stellte ich in´s Gebüsch, dann passte es gerade so.Hauptsache ich konnte am Tage das Meer sehen und dem war so. Mein Zimmerfenster zur anderen Seite war von dornigen Bougainville Sträucher fast zugewuchert und ließ mich an Dornröschen denken. Langsam meldete sich der kleine Hunger. Ich lief in Richtung Hotellobby, ließ die Augen kreisen und suchte zunächst nach allem evtl. wichtigen und ggf. brauchbarem. Als es plötzlich unruhig wurde und aus allen Richtungen Menschen auftauchten, was nur bedeuten konnte, dass gleich der Speisesaal geöffnet wurde, ging ich noch mal fix zur „Hausbank“ und tauschte 30 € in 210 LE um.

Dann schlug auch ich den Weg Richtung Speisesaal ein, suchte nach einem kleinen Tisch, von dem aus ich so etwas wie einen Panoramablick hatte. Ganz hinten in der Ecke stand einer, es war für zwei gedeckt, egal! Von diesem Platz aus kam fast keiner unbeobachtet an mir vorbei, es sei denn, er kam durch den Hintereingang. Ein super netter Kellner erfüllte mir meinen Getränkewunsch, einen Liter gut gekühltes Wasser. Am liebevoll gestalteten Büffet gab es alles was ich brauchte, Salat in rauen Mengen und auch die anderen Speisen sahen sehr gut aus. Ich probierte fast alles und war einfach begeistert - total lecker. Mit gut gefüllten Bauch machte ich mich auf den „Heimweg“, wohlige Müdigkeit machte sich breit. In den folgenden drei Tagen passierte es mir immer wieder, dass ich mein Zimmer nicht auf direktem Wege fand und so entdeckte ich das Hotelgelände immer wieder auf anderen Wegen.
 
In meinem "Dornröschenzimmer" angekommen, überschlugen sich die Gedanken bei der Gestaltung der nächsten Tage. Bis dato war ich noch nie allein im Urlaub gewesen und nun auch noch so weit weg und in einem Land, das ich kaum kannte, mich aber seit langen in seinen Bann gezogen hatte. Da fiel mir die ausgedruckte e-Mail von Samir wieder ein und überlegte, anrufen oder nicht. Nach fast 20 Minuten und dreimaligem durchlesen und wiederum Abwägen. Ja, nein, ja, nein ... entschloss ich mich für JA, ganz oder gar nicht. Nahm das Handy und wählte die angegebene Nummer. Auflegen konnte ich immer!

Es meldete sich ein junger Mann, Hallo, hier SimSim. Hallo Samir? Hier ist Conny. Ah, Conny schön das du anrufst, ich habe deinen Anruf schon früher erwartet, bist du gut angekommen? wie gefällt dir das Hotel? ist dein Zimmer schön? geht es dir gut? Und so weiter. Fünf Minuten später waren wir für den kommenden Morgen um 7 Uhr verabredet, er wollte mich zu einem Schnorcheltrip abholen, wünschte mir eine gute Nacht und ich solle meine Sonnencreme ja nicht vergessen! Diese Mutprobe hatte ich (für mich) bestanden!
 
 
4. November - Vorsichtshalber ließ ich mich von der Rezeption um 6.15 Uhr wecken. Um 5.45 Uhr war ich schon wach, die Sonne war gerade dabei aus dem Meer aufzusteigen. Ich liebe Sonnenaufgänge am Roten Meer, die konnte und würde ich nun jeden Tag um die selbe Zeit beobachten. Der Rezeptions-Weckruf kam pünktlich, shukran und tschüss. Die gepackte Tasche stand, bis auf wenige Kleinigkeiten, schon seit dem Vorabend bereit. Im Grunde war sie ja für mich allein, etwas groß, aber sehr bequem, da ich sie hinter mir her ziehen konnte. Überpünklich trabte ich vor den Hoteleingang, vor dem ein weißer älterer Fiat parkte und wartete. So ein Modell hatte ich bei uns so lange nicht mehr gesehen. Nach ein paar Minuten stieg ein junger Mann aus und sah sich um, dann fragte er in meine Richtung Conny? Ja, hallo, Samir? Wir schauten uns an, er lächelte, schnappte sich meine Tasche, fragte ob es mir gut geht und ob ich gut geschlafen habe. Ja ja, klar meinte ich. Er fuhr los. Von Anfang an umgab uns eine seltsame Vertrautheit, gerade so, als ob wir uns nur sehr lange nicht gesehen hätten. Aber wir kannten uns ja überhaupt nicht! Die ungewöhnliche Vertrautheit, seine Höflichkeit und Persönlichkeit wischten dann die letzten kleinen Zweifel (fast) weg. Als ich mich anschnallen wollte meinte er: du bist nicht mehr in Deutschland, das brauchst du hier nicht, aber ich fühle mich sicherer. Wie ich hinterher erfuhr ist Anschnallen in Ägypten nur in der Nähe von Polizeistationen angesagt! Und noch viel später erfuhr ich, dass es seit 2001 auch in Ägypten eine Anschnallpflicht gibt. Aber sich keiner dran hält, weil es die Wenigsten wissen. Unsere Unterhaltung kam nie ins stocken. Er erzählte von seinen in Berlin lebenden Eltern, seinem 13-jährigen Bruder, von seinem Geschäft hier in Hurghada. Immer wieder Fragen wie: Magst du ägyptische Musik, oder soll ich etwas anderes einlegen, soll ich das Fenster schließen, zieht es auch nicht. Hast du schon gefrühstückt, hast du Hunger, hast du Durst, usw.
 
Ich erfuhr, dass er im Oktober 27 Jahre alt geworden war. Demnach ist er nur zwei Monate älter als mein Sohn. Er wollte mehr von ihm wissen, es interessierte ihn wie ich in Deutschland lebe und was ich gern mache. Ob ich Auto und was für ein Model ich fahre. In einer knappen Stunde durch die Wüste stand die Unterhaltung nicht ein einziges Mal still. Jeder antwortete vertrauensvoll und gern auf die vielen Fragen des Anderen. Am 26.10. begann in diesem Jahr der Fastenmonat Ramadan. Das heißt für einen gläubigen Muslim von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang nichts trinken, nichts essen, nicht rauchen und einiges mehr. Diese Regeln hält er, solange er sich erinnern kann, ein. Er erkundigt sich nach meinem Hotel, wie das Essen sei, AI oder HP. Ich erkläre das Halbpension für mich völlig reicht und ich mir für zwischendurch Äpfel von zu Hause mitgebracht habe. Welche Apfelsorte wollte er wissen. Cox Orange, antwortete ich. „Wie heißen die – Cox?“ Wir lachten und ich meinte die hätten ganz sicher nichts mit dem „Koks“ zu tun, woran er eben dachte!

Wir fuhren durch´s morgendliche Hurghada. Er hatte auf jede Frage eine erklärende Antwort. Ich sah Ecken von dieser Stadt, von den ich damals dachte, es gibt sie nicht mehr. Es war einfach unglaublich schön und interessant. Man kann und darf diesen Teil der Welt nicht mit Deutschland vergleichen, das ist bis heute so geblieben. Ein Blick in die fröhlichen Kindergesichter, die um diese Zeit auf dem Weg zur Schule waren, sagte viel. Sie waren zufrieden oder sahen jedenfalls so aus. Wegen des Gleichheitsprinzips tragen alle Schüler in Ägypten Schuluniformen. Ich wollte wissen, was der Mann auf der Straßenkreuzung verkauft? Brot für den Abend, meinte er. Um den kleinen Stand, eigentlich war es gar kein Stand, der Mann saß an der Laterne in der Mitte einer Verkehrsinsel, um die die Autos zügig bretterten, einige hielten einfach an und kaufen schnell eine Tüte Brot. Der Hintermann hupte und winkte, alles klar. Jeder kennt jeden! Hier ticken die Uhren eben ganz anders.

Willst du nicht doch etwas trinken? „Nein du trinkst ja auch nicht“. Das sei normal für ihn und schon hielten wir an einem kleinen Supermarkt, der nicht größer war als eine Hälfte von unseren Doppelgaragen zu Hause und drückte mir eine Cola in die Hand. Dann fuhren wir noch an seinem Büro vorbei (dazu später). Dann kam die Frage, ob ich etwas dagegen hätte, wenn wir noch zwei junge Bekannte von ihm abholen würden. Wie könnte ich - natürlich nicht! Wir hielten am Plam de Mirette und es stiegen zwei sehr nette junge Leute zu - Sympathie auf allen Seiten. Samir stellte sie als Isa und Michi aus Minden vor und den Blick auf mich gerichtet, das ist Conny meine alte e-Mail Freundin. Wir fuhren am Hafen von Hurghada vorbei. Samir meinte, das Schiff läge nicht direkt am Haupthafen. Es gibt noch andere An- und Ablegestellen von denen aus man auf´s Meer fahren kann, unsere befand sich außerhalb eines Hotelkomplexes.

Leider konnte er heute nicht, wie es eigentlich geplant war, mit raus fahren. Termine! Wir trösteten ihn und versprachen später zu berichten. Die Schnorchelbedingungen waren an diesem Tag geradezu ideal. Kein Wind und spiegelglattes Meer (eigentlich selten). Da Isa und Michi keine Flossen mit hatten mussten sie sich im Tauchshop erst die passenden aussuchen. Dann begleitete er uns zum Schiff, „sucht euch die besten Plätze aus, am besten oben“, er verabschiedete sich, winkte und hupte, Salam, bis heute Abend. Wir legten ab, die Gästeliste war auf 15 Personen angewachsen. Die erste Etappe dauerte ca. eine dreiviertel Stunde, in dieser Zeit saßen wir drei zusammen, schauten begeistert auf´s blaue Meer und lernten uns näher kennen.
 
Michi ist Pilot bei der Lufthansa und Isa Erzieherin in einer Kita. Durch die sehr unregelmäßigen Arbeitszeiten von ihm hatten die beiden bisher kaum Gelegenheit gemeinsam Urlaub zu machen. Dieses Mal, so sagten beide, konnten sie sich kurzfristig eine Woche stehlen! Zumal diese eine Woche die wohl letzte zu zweit sein wird, denn ab ca. Mai 2004 werden sie zu „dritt“ sein. Irgendwann erzählten sie, wie sie an Samir geraten waren: Beide waren zuvor noch nie in Ägypten und machten sich vor ihrer Reise über das Internet schlau. Auch sie stießen durch Zufall auf die Homepage von „SimSim“ und schrieben sich die Telefonnummer raus. Im Hotel angekommen waren sich beide auch nicht so sicher, ob sie so einfach die fremde Nummer wählen sollten. Hatten sich dann aber ebenfalls entschieden es zu tun und waren schon am Vorabend unseres Ausfluges mit ihm verabredet. Geplant war ein gemütlicher Kennenlernabend, der dann aber ganz anders verlief. Samir holte sie im Hotel ab und fragte, ob sie etwas dagegen hätten, mit ihm zu kommen, er müsse noch etwas dringendes erledigen. Sie fuhren kreuz und quer durch die Stadt, sahen sehr viel und erfuhren zwischendurch den Grund dieses Trips. Samir wurde am Abend zuvor von der Polizei geblitzt, weil er zu schnell unterwegs war, hatte man ihm die Fahrlizenz entzogen. Während der Tour durch die Stadt hielten sie hier und da an, Samir verhandelte und hatte am Ende seine Fahrlizenz zurück. Er meinte aber auch, ohne die vielen Beziehungen wäre es nicht so gut gelaufen.
 
Der erste Haltepunkt näherte sich und wir machten unsere Utensilien startklar. Durch das ruhige Meer war der Ab- und Aufstieg auf´s Schiff recht einfach, trotz sehr kurzer Leiter. Die Korallentürme waren wieder wunderschön und das Schnorcheln machte doppelt soviel Spaß, u.a. natürlich durch die Wassertemperatur von 27-28°C.
Man muss die Unterwasserwelt im Roten Meer selbst gesehen haben, um meine Begeisterung zu verstehen. Nach zwei Schnorchelgängen fuhren wir weiter zu einem Haltepunkt unweit der „Giftun-Inseln“. In Richtung Insel wurde die Wassertiefe geringer und das Meer schimmerte wie in einem Hochglanz-Südseeprospekten. Hier fast mitten auf dem Roten Meer gab es etwas zu essen, die Uhr zeigte inzwischen 13 Uhr an. Die Schiffsbesatzung hatte hervorragend gekocht: Salat, Reis, Nudeln, scharfe Hühnerbeinchen und alles schmeckte super gut. Die Getränke (Cola, Wasser und sogar Bier) waren gratis. Nach dem Mittagsimbiss ging es weiter Richtung „Giftun-Inseln“ um von Bord gehen zu können. Auf dieser Insel war ich am 07.11.2000 zum ersten mal und es wird bestimmt nicht das letzte Mal sein. Isa und Michi waren wie verzaubert und marschierten sofort los um zu erkunden, was hinter dem Hügel war. Ich blieb erst mal sitzen, genoss die herrlichen Farben des Wassers, die Sonne, den warmen Sand und alles Schöne, saugte die Bilder wie ein Staubsauger in mich rein.
 
Nach ca. 1,5 Stunden Inselaufenthalt kam das Schiff, das weiter draußen auf dem Meer geankert hatte, zurück. Die Besatzung pfiff ihre Schäfchen zusammen und wir traten den Rückweg ca. um 15 Uhr an. In knapp 2 Stunden. würde die Sonne untergehen. Zudem hatte der muslimische Teil der Besatzung ordentlich Hunger und Durst und sich einen pünktlichen Feierabend redlich verdient. Der Kapitän erzählte, das er sich auf´s Trinken, Essen, eine Shischa und auf seine Frau freute. Die kleinen Lakritzkatzen aus meiner Tüte, die er unbedingt probieren wollte, steckte er erst mal in die Hosentasche, es war ja noch hell! Die Rückfahrt verlief im Ganzen etwas ruhiger, wir waren doch ein bisschen müde. Isa und ich quatschten und sahen immer wieder über´s Wasser zurück zu den Inseln. Es war einfach ein herrlich rund um gelungener Tag. Im Hafen wartete schon mein Privattaxi. Wir verabschiedeten und bedankten uns bei der Besatzung. Der Gemeinschafts-Bakshish (10 € = 70 LE) war wohl reichlich, das konnten man zumindest an den zufriedenen Gesichtern ablesen.
 
Die geborgten Flossen wurden abgegeben, noch ein kurzes Gespräch unter uns Vieren. Die restlichen Gäste wurden in Microbussen untergebracht und fuhren los. Winke winke, bis bald mal! Samir und ich machten uns auf den Weg nach Safaga. Ich meinte, da es auf 17 Uhr zu ging, könne er mir auch ein Taxi besorgen. Große Augen und Kopfschütteln war die Antwort, ich sei sein Gast. Wir nahmen unserer morgendliche Unterhaltung wieder auf. Mir brannten so einige Fragen unter den Nägeln und wollte wissen, wie er sich hier, so allein ohne Familie fühlte. Meistens in den Ferien würden sie sich sehen und wenn bei ihm die Sehnsucht kommt, kauft er sich wenn möglich ein Ticket. Sein Vater ist Psychologe (heute im Ruhestand), war aber u.a. auch als Hotelmanager, Internet-Cafe-Betreiber (zuletzt mit ihm zusammen), Taxifahrer und vieles mehr tätig. Seine Mutter sei heute noch als Altenpflegerin in Berlin tätig.

Am Hotel angekommen verabschiedeten wir uns mit der Absprache, morgen zu telefonieren und er erzählte noch schnell, dass Micha und Isa sich eben entschieden hatten morgen früh nach Luxor zu fahren. Das ging dann aber schnell, denn auf dem Schiff hatte ich ihnen begeistert über unseren Luxorbesuch im März erzählt. In der Hotelhalle stand schon mein lächelnder Taschenträger mit der Frage auf den Lippen: Alles schön, alles gut? Oh ja, alles schön, alles SUPER gut! In meinem Zimmerkühlschrank hatte ich eine große Flasche Wasser auf Eis gelegt, die auf mich wartete. Jetzt nur noch eine gründliche Dusche, um das Salz aus Haaren und von der Haut zu spülen. War das ein schöööööner Tag, einfach toll!

Um 18.30 Uhr ging ich erst mal in die Hotelhalle um zu erfahren, wie die Lage ist. Es warteten schon einige mit leerem Magen und manche auch mit „kirschroten“ Gesichtern, dass es endlich losging. Ich bestellte mir in der Lobby einen schönen heißen Tee mit frischen Minzeblättern. So etwas würde mir zu Hause, bei einer Temperatur von 27°C,  bestimmt nicht einfallen. Fast jeden Abend vor dem Essen hielt ich mich in der Hotelhalle oder auf der Außenterrasse auf, beobachtete die Gäste und las im mitgebrachten SPIEGEL. Das war immer hochinteressant, spannend und auch entspannend. Oma und Opa Otto kamen oft dazu, um ein kurzes Schwätzchen zu halten. Die beiden waren einfach goldig. Nach einem leckeren Essen und den vielen wunderbaren Erlebnissen heute, merkte ich wie sich die Müdigkeit breit machte. Heute würde ich bestimmt nicht alt werden! Trotzdem wollte ich noch mal schauen was sich vor dem Hotel abspielte. Ich konnte links neben den Hotel die Pizzeria sehen, die ein Gast in einem Internetportal empfohlen hatte. Die kleinen Shops waren alle geöffnet und ich guckte durch die vielen kleinen staubigen Schaufenster, überall Schnickschnack. Eine Einladung zum Tee beim Parfumfritzen lehnte ich drei mal ab und dann war Ruhe. Meine Ausrede, sehr müde zu sein wurde ordentlich belächelt, denn im Ramadan fangen die Menschen hier in Ägypten erst am Abend an zu leben. Alles Dinge die ich vorher nicht wusste. Meine Uhr zeigte kurz vor 21 Uhr und ich schlug den Weg in Richtung Zimmer 170 ein und habe mich natürlich zwei mal verlaufen. Im TV gab`s Nachrichten und im Anschluss nur Quark. Um kurz vor 23 Uhr, ein Knopfdruck, ein Knips und es war leise und dunkel.

5. November - Als ich aufwachte wurde es schon langsam hell, ein Blick auf den Wecker, das war UNMÖGLICH! Es ging auf 6 Uhr zu, ich hatte fast sieben Stunden am Stück geschlafen. Unfassbar! Ich wusste nicht mehr wann dies das letzte Mal war, muss aber Jahrzehnte her sein. Genau so wie ich geschlafen hatte, so GUT fühlte ich mich! Wenn der Tag ebenso werden würde, gab es nichts mehr, was hätte besser werden können! Um 7:30 Uhr saß ich am Frühstückstisch, der Kellner brachte mir einen schönen dünnen Kaffee. Alles andere schaffte ich mir vom Buffet herbei. Fantastisch, schon am frühen Morgen gab es geschnippelte Gurken und Tomaten. Ich fühlte mich wie im Paradies. Nachdem ich fertig war, wurde der Saal langsam voller und am Buffet wurde gedrängelt. Höchste Zeit die Kurve zu kratzen. Gegen 9 Uhr war ich startklar für die Fische. Die Taucherschiffe legten gerade ab und der Strand war nahezu leer. Eine schöne Ecke um mich auszubreiten war schnell gefunden, hier standen hinter einem Windfang drei Liegen, ein Tischchen und eine Tonblumenvase, der als Ascher und Mülleimer diente. Perfekt! Nun noch schnell zum Strandboy-Häuschen um eine Auflage und ein Handtuch zu besorgen. Auf seine Frage wie viel Auflagen benötigt würden, antwortete ich erst mit „einer“ und korrigierte grinsend auf zwei. Null Problemo, von heute an bekam ich immer zwei Auflagen (und er ein nettes Trinkgeld).

Die Strandliegen waren aus massivem Holz und dementsprechend schwer, deshalb hatte ich eine Liege in der Sonne und eine im Schatten stehen. Um zu Schnorcheln ist für mich der Sonnenstand von Bedeutung, m.E. ist es am Morgen am schönsten. Die Sonne scheint direkt auf das Riff. Die Farbenvielfalt erscheint noch kräftiger durch die Strahlung und es war noch früh heute. Deshalb ging ich bewaffnet mit Brille, Schnorchel, Flossen und den Wasserschuhen an den Füßen ins Meer. Da dieses Jahr das Meer noch sehr warm war, brauchte ich mich nur fallen zu lassen und los zuschwimmen. Der Schnorchel und die Brille saßen perfekt. Das Hausriff vom Lotus-Bay ist klein aber fein und verläuft fast am ganzen Strandabschnitt entlang, überall sah ich Korallen die sich neu angesiedelt haben. An einem Korallenturm wohnte eine Anemonenfisch Familie, die Jüngsten waren ca ein Zentimeter groß, nur durch die leuchtende Farbe entdeckt man sie. Ich konnte mich mal wieder nicht satt sehen, fand immer wieder etwas neues. Wenn man ganz ruhig durchs Wasser schwimmt, hat man das Gefühl die Meeresbewohner kommen auf einen zu, man kann sie anfassen.
 
Ich unterhielt mich hier und da, zum Quatschen war immer jemand da. Der 9-jährige Tim aus Bayern und seine Mutti standen im Wasser als ich vorbei kam und mich setzte um die Flossen abzuschnallen. Nicht nur kleine Mädchen sind neugierig, kleine Buben auch. Als er die Kamera am Handgelenk baumeln sah, wollte er wissen ob ich damit Unterwasserfotos gemacht hätte und erzählte gleich dass hinten am Schiffsanlegeplatz immer ein Rotfeuerfisch sei. Ich versprach ihm nachher mal mit raus zu schwimmen. Tim hatte immer seine Schwimmbrille auf, seine Augen konnte ich nicht sehen und er sah mich mit großen runden metallic-blauen Gläsern an. Beim Wühlen im Sand unter Wasser holte er plötzlich eine Scheibe hoch, die aussah wie eine platte „Steinblüte“. Beim genaueren Hinsehen konnten wir erkennen, dass sie behaart war und die Fingerspitzen die sie berührten rostfarben wurden. Wir entschlossen uns, sie auf einen Korallenturm zu legen. Also schnorchelten wir beide doch gleich los und suchten einen geeigneten Platz. Dort lag die „Steinblüte“ noch als ich am letzten Urlaubstag nachsah, evtl. finde ich sie ja wieder bei einem nächsten Besuch! Dass es im Lotus-Bay Strandduschen gibt ist einfach super. So konnte ich mich und die Brille immer schön von Salzwasser befreien. In der Sonne war es bei 45°C nicht lange aushalten, deshalb freute ich mich doppelt, noch eine Liege im Schatten zu haben. Auf der konnte ich schön vor mich hin dösen. Lange stillsitzen kann ich ja sowieso nicht und war meist nach kurzen Pläuschen wieder unterwegs. Später bat ich eine Liegennachbarin, mir doch bitte mal etwas Sonnencreme auf den Rücken zu schmieren, ich hätte meinen Mann zu Hause gelassen und die Arme wären etwas kurz. Das tat sie gern und meinte: Dadurch haben sie sich auch viel Ärger erspart, allein kann man tun und lassen was man will. Schmunzel, so ganz unrecht hatte sie natürlich nicht!
 
Genau wie gestern, war heute fast keinen Wind und ruhiges Meer. Safaga ist eigentlich ideales Windsurfgebiet und daher bekannt für einen sehr konstanten Wind. Im März waren die Verhältnisse für Surfer ideal, jetzt im November eher für die Schnorchler, also für mich! Kaum hatte er angefangen, war er auch schon vorbei, mein erster richtiger Hoteltag, die Sonne machte sich rar und war eh in einer guten Stunde verschwunden, also packte ich gegen 16 Uhr meine sieben Sachen. Am Pool saß schon eine Gruppe Niederländer und ließ sich das einheimische Stella-Bier schmecken. Sie feierten ihr Urlaubsende, ich dachte „fliegt ihr ruhig nach Hause, ich bleibe noch hier und passe auf den Sand auf“. In den Pool wollte ich aber auch noch. Bei einer Wassertemperatur von schätzungsweise 18°C bis 20°C dauerte es eine Weile bis ich drin war, kein Vergleich zum Meerwasser. Einmal durch und raus, egal. Was uns nicht schadet, macht uns evtl. schön, oder eine Blasenentzündung!

In meiner „Suite“ schaltete ich erst mal die Klimaanlage an, bei 28,5°C Raumtemperatur konnte das nicht schaden, außerdem trocknen die Haare nachher schneller. In 1,5 Stunden gab es Essen, also genug Zeit sich als „Frau“ zu verkleiden. Plötzlich gab es einen Knall und weg war der Strom, alles war aus, nach ca. 30 Sekunden funktionierten, außer der Klimaanlage, sämtliche Gerätschaften die Strom benötigten wieder. An der Rezeption informierte ich den guten Mann (der übrigens perfekt Deutsch sprach und unglaublich schöne Augen hatte) über das defekte Gerät. Anschließend, wie jeden Abend vor dem Essen, schlürfte ich den obligatorischen heißen Minztee, heute setzte ich mich raus auf die Terrasse.

Auf meinem Tisch im Speisesaal war ab jetzt nur noch ein Gedeck und es stand immer schon Wasser bereit, sogar die Kerze war angezündet und zu Begrüßung gab’s jeden Tag ein nettes Lächeln, „und gekocht hatte auch schon wieder jemand für mich“, ich brauchte nur noch zugreifen! War das schööön! Wie immer fand ich genügend auf dem Buffet, vor allem Salat. In diesem Urlaub habe ich auch jeden Abend das Süßigkeitenbuffet besucht, himmlisch lecker! Es gab Zeiten (Jahrzehnte) da hat mich so etwas überhaupt nicht interessiert. Irgendwann reichte es dann doch und ich war papp satt, also raus! Aber gleich auf`s Zimmer, nö das war nicht gesund, deshalb latschte ich noch mal zum Meer und einmal um den Pool. Der Mond und die Sterne standen am glasklaren schwarzen Himmel. Vorher eine kurze Kontrolle ob die Klimaanlage wieder funktionierte, das tat sie. Das orientalische Café am Strand hatte schon alle seine bunten Lichterketten angeschmissen und die dazu gehörende orientalische Musik dudelte. Das Personal war wie ausgewechselt, sie jubelten und lachten. Auch bei ihnen war der Bauch voll und es würde noch einiges dazukommen, bevor die Sonne wieder aufging.
 
Durch Zufall kam ich bei Oma und Opa Otto vorbei, er schaute Fußball, Schalke spielte. Sie hatte die Füße hochgelegt und saß auf der Terrasse und las in einer „Tratschzeitung“. Ich grüßte und fragte, ob ihnen das Abendessen geschmeckt hatte. Ja, natürlich alles klar, setzen sie sich doch bitte! Opa Otto kam gleich raus, um zu sehen wer mit seiner Frau sprach, ach sie sind`s, machte kehrt und kam mit einer Flasche „Becharovka“ zurück. Die hätte man ihm auf dem Flughafen angedreht, er kenne diese Marke nicht. Ich kannte sie und erzählte welche Erfahrungen ich damit hatte. Herr „Otto“ lud mich ein, wir sollten doch gemeinsam probieren, ob das, was ich gesagt hatte auch stimmte. Da er keine geeigneten Gläser hatte, nahm er die vorhandenen Wassergläser. Oma Otto war der unbekannte Schnaps nicht geheuer, sie trank lieber Metaxa. Die gesamte Unterhaltung war sehr amüsant und wurde nur durch Gelächter unterbrochen. Sie erzählten u.a. dass sie schon viele Jahre hierher kommen, meistens sogar das selbe Zimmer beziehen können, da sie vor der Abreise immer ein Fax schicken wann sie anreisen. Manchmal kämen auch die Kinder und Enkelkinder mit. Es ihnen immer noch sehr gut hier gefällt und dass sie immer eine Tüte Äpfel aus dem eigenen Garten mitbringen. Guck an, ich war also nicht die einzige, die deutsche Äppel mit nach Ägypten nimmt! Gegen 22.30 Uhr war die Flasche halb leer, Opa Otto fing an vom Krieg zu erzählen und ich wollte ins Bett. Beim Aufstehe merkte ich dann, ups, dass die Wirkung von Alkohol in diesem Klima erheblich anders ist, als zu Hause. Gute Nacht und schlafen sie schön, bis morgen früh! „Insha´Allah“ An diesem Abend fand ich „mein zu Hause“ auf direktem Wege! Komisch! Das TV-Gerät kam an diesem Tag nicht mehr zum Einsatz. Knips, und dunkel war`s.
 
 
6. November - Kurz vor Sonnenaufgang wachte ich auf und wieder hatte ich gute sechs Stunden geschlafen. Es war wie ein kleines Wunder - oder lag´s am gestrigen Schnaps?! Egal, ich fühlte mich saugut. Mit meiner weißen Gardaseehose und dem BlumenT-Shirt sah ich jedenfalls nicht fade aus und ging zum Frühstück. Der Speisesaal war heute um diese Zeit schon gut besucht, die Taucher mussten ja früh raus, damit sie ihr Schiff nicht verpassten. Essen wurde in diesen Tagen und der unglaublichen Umgebung eh zur Nebensache. Das merkte ich auch daran, dass ich meinen mitgebrachten Käse und die Salami wieder im Zimmerkühlschrank vergessen hatte. Im Käse und Wurst herstellen sind die Ägypter nicht so sehr gut. In dieser Woche vermisste ich nichts, aber auch wirklich gar nichts. Am Saftstand besorgte ich mir wie jeden Morgen meinen geliebten Karkade-Tee (blutroter Tee aus Malvenblüten). Mein Glas war voll, aber der Saft hörte nicht auf zu fließen, er spritzte auf den Tisch und auf meine weiße Hose. Ich sah aus, als hätte ich mir zum Frühstück eigenhändig ein Huhn geschlachtet. Mein einziger Gedanke, das bekommst du nie wieder raus – die schöne Hose. Natürlich hatte ich durch dieses Missgeschick die absolute, aber ungewollte Aufmerksamkeit aus sämtlichen Ecken des Saales und dachte nur LÄCHELN und unerkannt hier raus. Die Hose ist wieder weiß, Allah sei Dank!
 
Um 9 Uhr war ich schon wieder am Strand, die Taucherschiffe wurden mit unzähligen Sauerstoffflaschen beladen und waren bereit zum Auslaufen. Es sieht faszinierend aus, wenn von rechts und links die Schiffe auf´s offene Meer hinausfahren. Eigentlich verlief der Tag für mich genauso so schön und ungewöhnlich wie gestern. Ich nahm nur mal das Publikum am Strand etwas genauer unter die Lupe, u.a. waren da anwesend:
 
  • Zwei Freundinnen die sich nicht zu beschäftigen wussten, mit ihren Füßen wie Hühner im Sand scharrten und dabei völlig gelangweilt und stumpfsinnig aussahen.
  • Ein Pärchen das sich doch tatsächlich fast den ganzen Nachmittag (ich wage es kaum zu schreiben) gegenseitig Pickel ausdrückte. Bei diesem Anblick musste ich an einen Filmbericht denken, der das „soziale Verhalten von Pavianfamilien“ schilderte.
  • Drei Schweizer (zwei Frauen und ein „Männlein“, zwischen 65 und75 Jahren), die den ganzen Tag so lautstark erzählten, dass jeder am Strand mithören, aber nicht alles verstehen konnte. Eine der Frauen hatte einen Tag nach ihrer Ankunft, ca. 3 Stunden auf der selben Stelle gesessen und sah dem entsprechen aus, die Seite zur Sonne war krebsrot.
  • Die Frau (die mir den Rücken eincremte) und ihr Mann. Deren Tagesaktivitäten beschränkten sich auf folgendes: Um 9.30 Uhr ankommen, auf der Liege sitzen oder liegen, ein Buch lesen, im Wasser kurz abkühlen und um 13 Uhr einen Hamburger an der Poolbar essen. Um 16 Uhr (alles immer super pünktlich) wurde wieder eingepackt.
 
FAZIT: Diese schon unheimliche Regelmäßigkeit kenne ich sonst nur von typischen Mallorca-Urlaubern.
 
  • Am meisten Leben war an den Abschnitten, wo sich Kinder befanden, leider waren das zu der Zeit nicht viele. Schade, dass Tim heute früh schon wieder nach Hause geflogen ist. Er fand es toll, das wir uns immer soviel zu erzählen hatten und viel rum geschnorchelt sind (seine Worte).
  • Und dann war dann noch die junge deutsche Frau, die in einem streng islamischen Land, im Fastenmonat Ramadan, nur mit einem String bekleidet, so gut wie nackt am Strand lag!
 
Es lebe die Gedankenlosigkeit! Oben ohne ist in Ägypten streng verboten, auch an hoteleigenen Stränden, wird meist aus Höflichkeit aber zähneknirschend geduldet. Außerordentlicheres ist leider nicht mehr passiert, nur dass der Wind etwas auffrischte. Doch, da war noch was. Heute war ich mit der Unterwasserkamera hinter einem Kugelfisch her, der hielt nichts davon und gab mir leider nicht die Gelegenheit ihn auf einem Foto festzuhalten. Auch mit gutem Zureden war nichts zu machen. Aber der Spaßeffekt stimmte, ich hatte ordentlich Wasser schlucken müssen. Lachen und einen Schnorchel im Mund, das klappt in den seltensten Fällen! Bevor die Sonne hinter den Bergen verschwand, hüpfte ich aber doch noch mal in den kalten Pool. Ich wollte alles angenehme- und ungenehme mitnehmen was mir geboten wurde.
 
Nach der Dusche fiel mir ein, dass ich ja Samir anrufen wollte, verabredet war eigentlich gestern, das hatte ich Schussel vergessen. Ich entschuldigte mich, dass ich mich erst heute meldete. Kein Problem: Was hast du die ganze Zeit über gemacht?, geht es dir gut?, ist im Hotel alles in Ordnung, usw. Alles sehr schön, besser könne es nicht sein. Wie sieht es bei dir aus? Alles OK. viel Arbeit, aber das ist schön. Ich wollte dir doch noch so viel zeigen, hast du morgen Zeit? Ja, natürlich habe ich Zeit. Kannst du den Weg bei deinen vielen Gästen? Klar für dich immer, um 19 Uhr vor dem Hotel? Okay! Nach unserem Gespräch fiel mir ein, morgen ist Freitag, mein Lebensjahreswechseltag. Zeit spielte vom ersten Tag an plötzlich kaum eine Rolle mehr! Dienstag oder Mittwoch musste ich mir sogar einen Zettel machen, auf dem ich die vergangen Tage abstrich, damit ich überhaupt wusste, welcher Tag aktuell war. Irgendwann fiel mir eine witzige Idee zur Erklärung ein:
 
  • Ich hatte meinen: „Alltagsmantel“ am Flughafen abgelegt
  • Und stellte fest: Ich würde „IHN“ nicht vermissen,
  • Hoffte: Evtl. hatte ich ja GLÜCK,
  • und wünschte: Das ein anderer „IHN“ mitgenommen hätte!

 

Auch heute gab es wieder einen Knall und alles war aus. An der Rezeption bekam ich nun folgenden Tipp. An einem der Nachttischen befänden sich zwei große Knöpfe. Den Linken sollte ich drücken und alles wäre wieder okay. Ich dachte immer die gehörten zu einem „ägyptischen Radio“, das ich nie wagte anzuschalten. In den kleinen Nachttisch verschwand hinten ein daumendickes Kabel, dies alles sah nicht unbedingt Vertrauenswürdig aus. Aber das mit dem linken Knopf funktionierte, übrigens auch an den restlichen Abenden.

7. November (Freitag) - In dieser Nacht war ich zwei Mal wach, konnte aber sofort wieder einschlafen und trotzdem habe ich den Sonnaufgang (ca. 5.40 Uhr) nicht verpasst! So ein herrlicher Sonnenaufgang dauert max. 5 Minuten, dann ist strahlender Tag. Es wäre eine Schande gewesen, sich wieder ins Bett zu legen. Ich stand mit der Sonne auf und ging mit den Fischen schlafen. Zu meiner Frühstückszeit lief alles noch gemächlich ab, die Taucher waren wie immer sehr intensiv mit ihrer Tagesplanung beschäftigt und hatten die Köpfe zusammen gesteckt. Gegen 9 Uhr hatte ich schon wieder mein „Strandwohnzimmer“ belegt. Es gab tatsächlich sogar hier Menschen, die das Gefühl hatten keine Liege zu bekommen. In kurzer Entfernung waren zwei mit Steinen und weißen Handtüchern besetzt. Irgendwann gegen Mittag kamen die Beiden für ca. drei Stunden, dafür aber waren die Liegen fast sieben Stunden „belegt“. Korrekt, ODER!?

Erst heute hatte ich daran gedacht, den CD-Spieler mit an den Strand zu nehmen. Zwischen meinen Schnorcheltouren hörte ich dann schöne Musik. Aber nach 1,5 CD`s machten die Akkus nicht mehr mit, gut das ich Ersatz und das Ladegerät mitgenommen hatte. Hin und wieder gab es auch das ein oder andere kleine nette Schwätzchen mit den „Otto`s“. Die Stunden vergingen wie im Flug. Ich genoss das alleinsein in vollen Zügen. Keiner fragte mich, niemand wollte was, kein Telefon - herrlich. Ich überlegte wie viel dieser kostbaren Zeit mir noch blieb. Der Rest von heute, morgen und Sonntag noch ein paar Stunden - nicht schlecht!
 
Heute musste ich pünktlich zur „Abendfütterung“, mir blieb nur eine knappe halbe Stunde, dann wurde ich abgeholt. Es war irgendwie ein schönes Gefühl. Ich packte rechtzeitig meine Sachen, um mich hinterher nicht beeilen zu müssen. Pünktlich um 18.30 Uhr stand ich an meinem Tisch und wunderte mich über die Blumen, die darauf standen. Sonst war alles wie immer. Kurz bevor ich fertig war, wurden die Lichter etwas gedämpfter und aus der Küche kamen alle Kellner, samt Chef und brachten eine große Torte mit Kerze an meinen Tisch. Sie klatschten, sangen und schüttelten mir die Hand. Ich war völlig platt und sehr gerührt (jetzt bloß nicht heulen). Ich bedankte mich bei allen von ganzem Herzen. Entschuldigte mich gleichzeitig und erklärte, dass ich eine Verabredung hätte und deshalb so schnell aufbrechen müsse, sie bestanden aber unbedingt darauf, dass ich die Torte anschnitt und das erste Stück aß. Das tat ich gern, den Rest überließ ich ihnen. Die Nacht war lang und nach Feierabend konnten sie essen bis die Sonne aufging. Beim Verlassen des Speisesaales winkten mir noch ein paar Leute, die ich vom sehen kannte zu. Wie schön!
 
Vor dem Hotel wartete schon Samir und ein anderer junger Mann auf mich. Beide rauchten! Im Ramadan lernt man erst am Abend die Gewohnheiten der Menschen kennen. Samir stellte mir Ahmed als einen Freund vor und erklärte ihm, wer ich war. Ich sollte wegen der besseren Sicht unbedingt vorn sitzen, bestand dann aber darauf hinten Platz zu nehmen. Wir fuhren durch die dunkle Wüste nach Hurghada. Die Beiden waren wirklich gut drauf. Sie hatten sich vorher wohl richtig satt gegessen.
 
Die Autofenster waren offen, sie rauchten und das Radio war auch lauter als sonst. Ich fühlte mich wie Zwanzig, paffte zum erstenmal eine ägyptische Cleopatra-Zigarette und bot beiden auch eine von meinen an. Wir lachten herzlich, es ergab schon ein schräges Bild, zwei Männer mit dünnen „Frauenzigaretten“ in den Händen. Immer wieder schnippten sie die Kippen aus dem Fenster. Ich erzählte ihnen, wenn man in meiner Heimatstadt beim Wegwerfen einer Kippe erwischt wurde, dass das 20 € kosten konnte. Samir übersetzte Ahmed was ich gesagt hatte und beide amüsierten sich köstlich. In der Nacht sah die Wüste an manchen Stellen wie Schnee aus. Im Gegensatz zu Samir, konnte Ahmed sich unter Schnee nichts vorstellen. In der Nähe der Polizeistation wurden die Autolichter angemacht und dann wieder aus. Als wir über den großen Hügel kamen, lag vor uns Hurghada bei Nacht, ein wunderschönes Lichtermeer. Es erinnerte mich an die Kasseler Berge, von Süden kommend sieht Kassel bei Nacht ähnlich aus. Es dauerte nicht lange und das wirre Gehupe ging los. Wenn man über die Grand Mall, eine sehr breite Straße durch die Hotelzone fährt, gibt es schon die ein oder andere Ampel, das waren aber die einzigen die ich bewusst gesehen habe oder die funktionierten. HUPEN ist immer noch der sicherste Weg durch zukommen. Überall blinkten bunte Lampen, hörte man Musik und es waren Menschentrauben unterwegs. Hier gibt es nichts als Touristen, alles ist für IHN inszeniert und auf IHN abgestimmt! Wir kamen am riesigen Hilton Hotel vorbei, architektonisch ist dieses Haus einfach märchenhaft schön. Samir erklärte, dass in diesem Haus nur osteuropäische Gäste wohnen. Ein Alptraum! 
 
Weiter ging es in Richtung Altstadt. Ich hatte das Gefühl, das alle Einwohner der Stadt, von 0 bis 100 Jahren auf den Beinen waren. Bei so einem Gewirr von Menschen, Autos, Eselskarren und ab und zu auch mal eine Mofa, würde es in Deutschland am Ende eines Abends sicher einige Tote und Verletzte geben. Jetzt erkundigte sich Samir doch allen Ernstes, ob ich nachher mit seinem Auto zurück fahren wollte, wie es hier funktionierte und läuft hätte ich ja schon zwei mal gesehen.
 
Zuerst besuchten wir Drei einen Basar, der wie es schien, fast nur von Einheimischen besucht wird, mit mir konnte ich maximal fünf Touristen ausmachen. Ein unheimliches Gewusel von Menschen und sämtliche „Gerüche des Orients“ empfingen uns am Eingang. Hier kann man alles kaufen, was fast niemand braucht. Auch ich fand etwas was nicht wirklich nötig war, ich erstand ein Paar Kinderschuhe Größe 21, die in den Absätzen durch Druckerzeugung Musik machten (die Melodie von Bruder Jakob), für die kleine Jana und eine Haarspange für mich. 
 
Viel mehr interessierten mich die vielen Gewürz- und Teeläden. Aber was sollte ich kaufen, keine Ahnung, deshalb ließ ich es. Vor zwei oder drei Jahren hatte ich mir zwei Tütchen Safran mit gebracht, sie liegen heute noch im Schrank. Wir hatten das Auto vor dem Basar geparkt und nun sollte es weitergehen, Samir meinte, der Weg wäre zu weit, also wieder ins Auto und rein ins Hup-Konzert. Er parkte an einer viereckigen Statue oder Säule. Wo ich mich befand, wusste ich eh nicht und ob der Weg wirklich weit war, konnte ich auch nicht einschätzen. Ich hatte immer das Gefühl, dass wir im Kreis fuhren. Unser nächster Weg führte in eine Zuckrohrsaft-Bar. Nach dem Ahmed dankend abgelehnt hatte bestellte Samir zwei Gläser. Ich muss ziemlich blöd geguckt haben, da stand ein halber Liter Saft vor mir, der mich spontan an ekliges trübes Waschwasser mit grauer Blume erinnerte. Er kippte seinen mit fast einem Schluck weg, ich hätte eine Stunde dafür gebraucht und entschuldigte mich, aber alles konnte ich beim besten Willen nicht austrinken. Der Geschmack aber lässt sich mit dem von Zuckererbsenschotensaft vergleichen und ist nicht unangenehm. Auf unserem Bummelzug durch die Stadt meinte Samir, ich sei seiner Mutter sehr ähnlich. Warum? Du lachst, erzählst und redest so gern und viel wie sie. Auf eine sofortige Gegenfrage, nach wen er denkt, mehr geraten zu sein, Mutter oder Vater?, bekam ich die Antwort M u t t e r ! Ganz meine Meinung. Dieser junge Mann konnte reden ohne Punkt und Komma. Unser nächster Besuch galt einem Laden, in den wir eigentlich gar nicht rein wollten, aber schließlich musste es sein, weil der Besitzer meine beiden Begleiter sich natürlich kannten. Hier gab es einen leckeren Anistee und ich wurde in rosa und lilane Tücher gewickelt. Der Besitzer war sehr, sehr nett, benötigte nach meiner Auffassung aber dringend ein Vollbad, aber leider ist ja Wasser sehr knapp in der Wüste!
 
Nach einer langen Verabschiedung suchten wir ein Geschäft auf, in dem ich mir eine CD kaufen wollte. Die meisten Läden sind hier sehr klein und bis in den letzten Winkel vollgestopft. Samir empfahl mir eine CD, die er selbst auch hatte und gern hörte. Der Verkäufer wollte ihm erst eine gebrannte unterjubeln. Nix da, ein Original sollte es dann schon sein. Nach einigem hin und her drückte er uns dann doch eine Originalverpackte in die Hand. In dieser Stadt gibt es keine reinen Fußgängerzonen, man muss immer auf der Hut sein, sonst steht hinter oder vor dir ein laut hupendes Verkehrsmittel. Überall wurde freundlich gebeten doch einmal reinzuschauen. Alles sehr billig! Fast so billig wie bei OBI. Sehr interessant fand ich die „Süßigkeiten-Fabrik“. Dort wird der Grundstoff gefertigt, aus dem nachher viele verschiedene Leckereien gefertigt werden können. Einige aus diesem Grundmaterial hergestellte Leckerlis (Kuchen und Kekse) hatte ich schon im Hotel gesehen und auch probiert. Aus einem etwas verbeulten silbernen Trichter floss aus unzähligen ganz feinen Düsen eine zähe Flüssigkeit, die auf der großen warmen Platte trocknete. Es sah ähnlich aus, wie hauchdünne Spaghettis. Leider habe ich hier einen Touri-Fehler gemacht, ich nahm einfach die Kamera und fotografierte los. Drei Männer ergriffen sofort die Flucht, nur ein kleiner Junge blieb neugierig stehen. Wir kamen noch an vielen kleinen Läden vorbei, draußen saßen die Besitzer mit Freunden zusammen und tranken Tee und spielten lautstark Karten. Alle aber wittern einen Touristen auf drei Kilometer Entfernung.

“Kommen Sie bitte herein, nur um zu schauen, nix kaufen, alles billiger als nebenan, usw.“ Die berühmte, von vielen (manchmal auch von mir) empfundene unangenehme Aufdringlichkeit, gab es dieses Mal nicht. Ich denke, es lag an meiner Begleitung. Unsere Unterhaltungen dauerten immer doppelt so lange, da Samir für Ahmed alles übersetzten musste. Wie gesagt, hatte ich überhaupt keine Orientierung, irgendwann standen wir vor Samirs Büro. In diesen sehr sporadisch eingerichteten Räumen laufen alle Fäden zusammen. Die Arbeit des Teams läuft,wie es aussah, reibungslos. Andauert klingelte ein Handy. Es gibt zwar in Ägypten ein Telefon-Festnetz, die Verbindungen sind aber nach meiner Erfahrung, alles andere als gut. Auch in einigen Läden stehen die Telefone m.E. nur zur Deko da. Hier lernte ich schon wieder einen Ahmed kennen. Er war sehr schüchtern, bekam kein kaum ein Wort heraus. Er drückte mir mit der Bemerkung „Fisch“ zwei Fotoalben in die Hand. Ich musste mal das WC aufsuchen und Samir zeigte mir die Tür, er drückte sie mit Gewalt auf und meinte, denk dran du bist nicht in Deutschland, du musst klopfen wenn du wieder raus willst, denn öffnen ließ sich die Tür von innen auch nicht. Was sollte ich machen, die Natur forderte ihr Recht. Wir saßen noch eine Weile im Büro und unterhielten uns.
 
Mich interessierte, wer die Menschen auf den Fotografien waren, die an den Wänden hingen. Eines zeigte einen Jungen von ca. 10 Jahren. Ich sollte raten wer das sein könnte? Du etwa? Aber was hatte Samir mit dem ägyptischen Staatspräsidenten zu tun? Er erzählte, nicht ganz ohne Stolz, dass er auf diesem Foto 12 Jahre und sein Vater seiner Zeit Hotelmanager war. In einem Edel-Hotelkomplex wurden ca. 1988 neue Apartments und Suiten eröffnet. Er wusste, dass der Präsident Hosni Mubarak da sein würde, hatte für ihn einen Brief geschrieben und Bilder gemalt. Dafür bedanke sich der große Staatsmann, die Presse war natürlich auch da und sogar das Fernsehen hatte berichtet.
 
Es wurde Zeit, sich auf den Rückweg zu machen, ich hätte übrigens den Autostandort nie und nimmer gefunden. Aber wer hier lebt, beherrscht das Chaos und findet auch sein Auto wieder! Wir fuhren u.a. auch an der größten Moschee von Hurghada vorbei, sie war mit Hunderten von bunter Lämpchen geschmückt und sieht nur im Ramadan so aus. (Meine Nachtaufnahme ist leider nichts geworden.) Nachts durch die stockdunkle Wüste, ab und zu mal ein aufblinkendes Auto, ist schon ein bisschen unheimlich. Samir meinte, dass er mir mal eine „richtig dunkle Straße“ zeigen könne. Ich brauchte nur zuzustimmen. Ja, EGAL zeigen! Er bog gleich nach rechts ab und tatsächlich, hier war es noch dunkler als dunkel. Unvorstellbar, dass es so was gibt. Es kam uns kein einziger Wagen entgegen und ich war heilfroh, nachdem wir nach links abgebogen sein mussten, in der Ferne vor uns Lichter vom „Hotel Alf Leyla Wa Leyla“ zu sehen. Unterwegs hatten wir uns schon wieder verabredet, Michi hatte zwischendurch angerufen, um zu erfahren, ob wir uns noch mal treffen wollten. Also ging es Morgen wieder auf´s Schiff, auch Samir hatte Zeit und konnte diesmal dabei sein. Als wir am Hotel ankamen war es 23.30 Uhr. Ich war ganz schön geschafft. Schlaf gut, ich hole dich um 7 Uhr von hier wieder ab. Das wurde eine kurze Nacht. Aber schlafen konnte ich ja auch zu Hause noch.
 
8. November - Meine innere Uhr weckte mich genau zur Sonnenaufgangszeit. Taschenkontrolle, ob ich alles mit hatte und los. Samir wartete schon. Am Ablegeplatz standen Isa und Michi schon bereit, beide hatten sich ihre Flossen schon ausgesucht. Auch heute waren es ca. 15 Personen die mitfuhren. Es konnte also nur lustig werden, obwohl der Wind heute immer noch pfiff und keine Anstalten machte, sich etwas zu legen. Der Weg, der eingeschlagen wurde, war in etwa der selbe wie am Dienstag, nur die Wellen schlugen höher. Am ersten Haltepunkt im offenen Meer bin ich noch mit raus, aber damit war für aber mich heute schnell Schluss. Andauernd hatte ich Wasser im Schnorchel und um die Korallentürme herum musste ich durch die starken Wellen sehr aufpassen das ich diese und mich nicht verletzte. Der Ausstieg aus dem Wasser ging nur über eine kurze Leiter am Schiff, ich hatte Angst. Deshalb blieb ich die restliche Zeit an Bord und schaute denen zu, die es wagten. Nach und nach wurde auch die Zuschauerzahl größer. Als es dann noch mehr wurde mit Wind und Wellen, steuerten wir vorzeitig die Giftun-Inseln an und machten es uns dort gemütlich. Zwischendurch saßen wir Vier wie Kinder im Kreis, steckten die Köpfe zusammen und hörten Michi zu, der von der Fliegerei erzählte. Aber auch hier war der Wind alles andere als angenehm. Einige Böen trugen Sandkörner mit, die sich auf der Haut wie tausend Nadelstiche anfühlten. Egal, das Wasser war klar und warm, die Sonne strahlte und gute Freunde waren da. Auf dieser Insel fühlte ich mich wie in einer anderen Welt! Das Wasser wechselte mit dem Sonnenstand die Farbe. Auch wenn uns der Wind heute einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht hatte, waren beide Aufenthalte unvergesslich. Vom Schiff aus sollte ich einen Sprung von einem Crew-Mitglied ins Wasser (ca. 3-4 m tief) knipsen, leider vergaß er vor lauter Kameralächeln beim Springen seine Taucherbrille festzuhalten. Die war dann natürlich weg, keine Chance, das Wasser ist zwar glasklar, aber sehr sehr tief. Schade, er hatte die Brille nur geborgt. Zwischendurch gab es wieder das berühmte gute Essen, wie schon am Dienstag - erste Klasse. Nur eine einzige Person an Bord war richtig seekrank und der Wind hatte zwischenzeitlich noch einen Zahn zugelegt. Zirka eine Stunde früher als geplant machten wir uns auf den Heimweg, es hatte keinen Zweck mehr auf bessere Windverhältnisse zu warten. Michi stand an der Reeling und sagte zum fünfzigsten Mal: Wenn ich doch nur ein Surfbrett hier hätte, so ein geiler Wind! Er wollte versuchen morgen ein Surfbrett für den ganzen Tag zu mieten (ihr Rückflug ging erst nach 22 Uhr). Wenn der Wind erst mal da ist, bleibt er für gewöhnlich eine Weile, zumal in dieser Jahreszeit.
 
Unser Gastgeber war völlig erschossen, gegen 14 Uhr ließen seine Kräfte merklich nach. Eigentlich kein Wunder. Ohne Wasser und Futter mit 15 quirligen Touristen auf einem Schiff! Das hat den stärksten SimSim um. Alle waren froh als der Hafen in Sichtweite kam. Schnell wurden noch die letzten Fotos geschossen. Unser Kapitän hat es sich natürlich nicht nehmen lassen, Wellen zu schneiden und seine Passagiere ordentlich nass zu machen. Einigen war durch den Wind und die nassen Klamotten ganz schön kühl und auch ich hätte zu einer leichten Windjacke nicht nein gesagt. Nun hieß es gleich Abschied nehmen von liebgewonnen Leutchen. Michi legte mir zum zehnten mal ans Herz, sofort anzurufen, wenn etwas mit dem Rückflug schief gehen sollte, es sei überhaupt kein Problem für ihn, mich in ihrer Maschine unterzukriegen. Ja, ja mach ich - ist doch klar. Ich wünschte den beiden alles Gute und sie sollten ja auf ihren STÖPSEL aufpassen. Mail-Adressen hatten wir schon ausgetauscht.
 
Samir kam angeflitzt und entschuldigte sich bei mir, er müsse dringend weg, ob es mir etwas ausmachte mit einem Microbus zurück ins Hotel zu fahren. Was für eine Frage! Zweimal Küsschen, einmal drücken und Salam - bis nächstes mal, kommst du im März auch wirklich? Ich würde mich sehr darüber freuen, viele Grüße an deine Familie! Ich schreibe dir vorher, mach`s gut und arbeite nicht soviel! Lautes Hupen und schon war er weg. Isa und Michi kannten die beiden Busfahrer und meinten, dann fahren wir noch mit nach Safaga und anschließend wieder zurück, die zwei Fahrer müssen ja sowieso nach Hurghada zurück. „Unsere beiden durchgeknallten Fahrer“, so nannte Isa sie, waren einfach klasse und benahmen sich wie ein privates Komiker-Duo, nur für uns. Isa erzählte von ihrer Luxorfahrt, die einmalig gewesen sein muss. Eigentlich sollten sie zu Viert los fahren, doch zwei Personen hatten wegen Krankheit (Pharaos Rache) abgesagt. Also fuhren sie mit einem Reiseführer und den beiden Fahrern allein los, immer entgegengesetzt vom normalen Konvoi. Nur die Abfahrt ging für alle am selben Punkt in Hurghada im Konvoi los, erst kurz vor Luxor haben sie sich „abgeseilt“. Als die „Normaltouristen“ ankamen, hatten sie die Sehenswürdigkeiten schon alle schon hinter sich. Ihre Mittagspause verbrachten sie bei der Familie ihres Reiseführers. Beide waren von dem Ausflug sehr beeindruckt und total begeistert, dass es mir schon ein wenig leid tat, dass ich nicht mit war. Aber alles auf einmal ging halt nicht. Wir näherten uns langsam meinem Hotel, das im dunklen sehr bescheiden und klein aussah, verglichen mit den Bauten in der Stadt. Nochmals verabschiedeten wir uns herzlich. Winken und hupen, SALAM. Schnell schlüpfte ich durch die Hotelhalle. Mir blieb nicht allzu viel Zeit um mich fürs „große Futtern“ fertig zu machen. Auf dem Schiff hatte ich nur einen kleinen Salat gegessen. Sonst hatte mein Magen heute nur Wasser und Lakritzkatzen gesehen, mehr brauchte er aber auch nicht. Eine halbe Stunde später als sonst saß ich an meinem Tisch. Oma und Opa Otto kamen auch gerade und ich sah in ihre fragenden Gesichter:
  • Sie sind ja an ihrem Geburtstag so schnell verschwunden
  • Und heute haben wir sie auch nicht hier gesehen
 
Ich erzählte ihnen, wie die drei Tage waren und sie freuten sich sichtlich über die vielen schönen Erlebnisse. Ich erklärte auch, dass morgen leider der letzte Tag vom Urlaub war und wir verabschiedeten uns erst mal bis dahin. Wir wollten uns morgen früh noch mal kurz am Strand treffen.
 
9. November 2003 - 5.45 Uhr - Die letzten Stunden brachen an, schade. Ich wäre nicht böse, wenn ich noch eine Woche bleiben könnte. Den letzten Sonnenaufgang ließ ich mir natürlich nicht entgehen, auch wenn dieser Tag verdammt lang werden würde. Zu Hause konnte ich die Uhr ja wieder eine Stunde zurück drehen. Wie immer an meinen „Hoteltagen“ war ich sehr früh beim Frühstück und am Strand. Auch von den Fischen musste ich mich verabschieden und ging zuerst noch eine Runde Abschiedsschnorcheln. Kurzes Tschüss-Sagen bei Strandbekannten und herzliche Wünsche natürlich an die beiden Otto`s, die ich an ihren Liegen noch mal aufsuchte. Sie hatten noch Zeit bis nächsten Freitag, die Glücklichen. Evtl. ergibt es sich ja tatsächlich, dass man sich hier wiedertrifft, meinten Beide - wer wusste das schon !? Vom Pool aus warf ich noch einen langer Blick zurück zum Meer, tiefes durchatmen und dann war SCHLUSS! Meinen Koffer hatte ich, bis auf ein paar Sachen, schon gestern gepackt. Um 14.45 Uhr sollte der Bus zum Flughafen da sein, also blieb noch eine kleine Gnadenfrist. Es klopfte an der Tür und der Kofferträger holte das gute Stück überpünktlich ab. Schade, nun war der Zeitpunkt gekommen und ich musste mein „Dornröschenzimmer“ verlassen. Meine Getränkerechung von 80 LE hatte ich gestern schon an der Rezeption beglichen. Ich hatte in der einen Woche doch tatsächlich rund 11,50 € vertrunken.
 
In der Hotelhalle warteten auch schon Sandra und Saskia, die zusammen mit mir hier angekommen sind, bzw. ankommen sollten. Man hatte die Beiden aber am Ankunftstag auf dem Flughafen „einfach vergessen“. Inzwischen war ihr berechtigter Ärger aber verflogen. Erst heute kamen wir dazu, uns ein wenig näher kennen zulernen und wir erzählten uns, was in der vergangenen Woche alles passiert war. Für die Beiden ist Ägypten auch kein unbekanntes Land mehr und sie berichteten u.a. ganz begeistert von ihrer Nilkreuzfahrt im letzten Jahr und hatten einige gute Tipps für mich. Meine Erlebnisse und das ungewöhnliche Kennenlernen von Samir, den ich vorher ja nur per e-Mail „kannte“, usw. hatte sie beeindruckt. Ich gab ihnen eine Visitenkarte falls sie noch mal an diesen schönen Ort kommen. Beide hatten auf ihren Koffern dicke Jacken und wollten wissen, ob ich nichts warmes mit hätte. Doch doch, aber die Jacke packe ich immer erst in Hannover aus, dann brauche ich mich damit nicht rum ärgern. Diese einfache Idee fanden beide genial und packten ihre auch weg um die Hände und Arme im Flughafen frei zu haben.
 
Auf dem Flughafen angekommen mussten wir uns natürlich auch in die lange Reihe gesellen. Wir unterhielten uns über Gott und die Welt und über Discos. Natürlich kannten beide das „Unique“ in der mein Sohn neben dem Studium als DJ arbeitet. Ich traf auch das Pärchen mit dem verwechselten Koffer wieder, der Tausch hatte reibungslos geklappt.
 
Am Abfertigungsschalter war mein Name nicht in der Liste aufgeführt! Durch die immer wieder andere Schreibweise meines „schönen Namens“ bin ich ja einiges gewohnt. Zweimal habe ich die drei Seiten mit der Minischrift durchgelesen, allerdings nur auf Namen geachtet. Saskia konnte auch nichts in dieser Richtung erkennen, als Sandra doch noch auf der letzten Seite etwas fand. Man hatte mich zwischen die Sperrgepäckstücke geschrieben! Es stand auch nur ein Wort in der Reihe „VAN“ und tatsächlich spuckte der Rechner nach der Eingabe, sein okay aus. Der Rückflug war sehr angenehm, wir haben die meiste Zeit verquatscht. In Hannover angekommen verabschiedeten wir uns mit den besten Wünschen für die Zukunft! „Auf Wiedersehen „ma salama“ Evt. sehen wir uns ja irgendwann einmal hier in Ägypten wieder.
 
So hier und jetzt muss mein Gedankenfluss enden, es sollte ein kleiner Erinnungsbericht werden und kein Buch. Ja, so war mein "erstes mal allein in Ägypten". Heutzutage für viele sicher nichts besonderes mehr, aber damals schon. Und für mich der Beginn einer irren Leidenschaft, die bis heute glüht. Keine acht Wochen nach meiner Rückkehr hatte ich schon wieder gebucht und wo`s hinging könnt ihr euch ja denken.