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El Qusier

El Quseir, mit seinen - ca. 40.000 Einwohnern, ist tatsächlich noch eine kleine typisch ägyptische Kleinstadt, die am Ende einer historischen Karawanenstraße liegt. Im März 2010 war ich zum ersten mal dort und bis heute empfinde ich diesen Ort als das schönste Küstenstädtchen am Roten Meer. Gerade in der Altstadt beschleicht einen ganz schnell das "einheimelde" Gefühl vom orientalischem Flair und man meint in die Zeit von "1001Nacht" ein zu tauchen. Ehemals ein wichtiges Handelszentrum, mit einem ebenso wichtigem Hafen, u.a. für Mekka Pilger, lebt sie heute überwiegend vom aufsteigenden Tourismus. Die Stadt befindet sich rund 220 Km östlich von Luxor und 150 Kilometer südlich von Hurghada.

Die Region El Quseir ist vor einiger Jahren aus dem Dornröschenschlaf erwacht, vom einfachen Hotel, bis zur 5*****Sterneanlage findet man inzwischen alles was das Herz begehrt. Ich hätte z.B. nie gedacht, das das Mövenpick-Resort schon vor 20 Jahren (1994) eröffnet hat. Allerdings liegen die heutigen Hotelanlagen alle mindestens 6-10 km vom eigentlichen Ortskern entfernt. Umweltsünden, wie z. B. Riffsprengungen für den Bau von Hotelanlagen, werden und wurden nicht mehr gemacht - genau deshalb findet man vor Ort noch eine einigermaßen intakte Unterwasserwelt. Angeln oder gar Jetski sind, wie in vielen anderen Orten am Roten Meer in der Regel auch hier verboten und die Anzahl der täglichen Tauchgänge ist limitiert. Betaucht wird das Rote Meer dort von Land und vom Boot aus und auch Schnochler werden sich wie in einem riesigen Aquarium fühlen.

El Quseir hat auch "Kultur" zu bieten, denn mitten in der Stadt liegt ein wunderschön restauriertes, aus der osmanischen Zeit stammende Fort aus dem 16 Jh.. Das unterstreicht wiederum ihre frühere strategische Bedeutung. Vor der Eröffnung des Suezkanals war El Quseir ein wichtiger Handelshafen, in dem Weirauch, Elfenbein und Myrrhe  umgesetzt wurden. Heute sind der Handel mit Phosphat und wie oben schon erwähnt, der Tourismus die überwiegenden Einnahmequellen.

Zur Geschichte: Auch wenn Sie es nicht vermuten, so ist El Quseir seit über 4000 Jahren ein wichtiger Punkt auf der politischen und wirtschaftlichen Karte Ägyptens. Erst die Pharaonen des alten Ägyptens, dann die Römer, Türken, Franzosen, Engländer und letztendlich die Italiener (schon wieder!) errichteten Ihre Lager in diesem mittlerweile verschlafenen Städtchen. Damals, 2000 v.Chr. war dieser natürliche Hafen der nächst gelegene Versorgungshafen für das antike Theben (heute Luxor). Dann befestigte das römische Reich das Tal Wadi Hammamat im ersten Jahrhundert vor Christus und erbaute den Hafen von Myos Hormos - 8 km nördlich der heutigen Stadt. Tatsächlich bedeutet El Quseir übersetzt =„Kürzeste“, da es die kürzeste Verbindung vom Nil und anschließend nach Mekka war. In der Stadt - aber vor allem in der alten Scheich al Farran Moschee (s. Bild)  findet man Schreine von Heiligen, die beim Versuch das Rote Meer zu überqueren gestorben sind. Die Türken hatten mit dem Bau - des mittlerweile wiederhergestellten Forts*, das noch immer in der Stadt steht, begonnen. 1799 wurde es von den Franzosen übernommen, als Napoleons eine Garnison in El Quseir stationierte. Kurz danach versuchte England, erst vergeblich doch am Ende erfolgreich, die Franzosen aus Ägypten zu vertreiben. Als nächstes benutzte Muhammed Ali Pasha Quseir als einen seiner wichtigsten Stützpunkte - bis die Eröffnung des Suezkanals 1869 die strategische Wichtigkeit des Hafens fast ganz aufhob.