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Beschneidung - Weibliche Genitalverstümmelung

Anfang 1998 wurde in Ägypten diese wieder einmal gesetzlich verboten. Bis zu drei Jahre Gefängnis drohten bei einem Verstoß gegen die Vorschrift. Ärzte, die das Gesetz nicht beachten, müssten ihre Praxis schließen. Schon einmal, im Sommer 1996, war vom neuen Gesundheitsminister ein solcher Beschluss erlassen worden, aber im Juni 1997 setzte sich der fundamentalistische Sheikh Yussef al-Badri durch und ließ den Erlass von einem Verwaltungsgericht kurzzeitig annullieren.  Er und seine Mitläufer argumentierten u.a. mit folgendem: Ein Verbot der Beschneidung von Mädchen und Frauen überschreite die Amtsgewalt der Regierung und verstoße gegen die gesetzlich verbürgten Rechte der Ärzteschaft. "Nichtbeschnittenen Mädchen wächst die Klitoris so groß wie ein Penis", predigte al-Badri, "kein Mann wird sie heiraten wollen, denn sie können keine Kinder bekommen."

Während der gerichtlichen Auseinandersetzung wurde das Dekret des Ministers jedoch gebilligt. So war der Weg frei für die Abschaffung weiblicher Genitalverstümmelung. Im Dezember 1997 wandte sich die Regierung an das Oberste Verwaltungsgericht von Ägypten, das bestätigte, dass der Islam keine Beschneidung fordert und dass, so wörtlich "weibliche Beschneidung den Geboten der islamischen Scharia zufolge nicht der Entscheidung des Einzelnen vorbehalten ist". Somit unterliegt weibliche Beschneidung (wieder) ägyptischem Recht und ist auch dann verboten, wenn sie auf Wunsch der Eltern durchgeführt werden soll. Aber Gesetze sind nur gut, wenn sie eingehalten werden, denn dieses Verbot z.B. bringt ein paar Leute um ihre Einnahmequellen. Es macht sie arbeitslos. Fiktive Rechnung: Für 10 ägyptische Pfund (umgerechnet 1,30 €) findet auch in den ärmsten Regionen keine Beschneidung mehr statt. Der „Verlust“ lässt sich schnell errechnen, was eine Person ggf. verdient, die täglich 30 Beschneidungen durchführt. Ein Lehrer verdient beispielsweise 350 – 500 LE im Monat.

Seit Anfang Juni 2008 ist die Beschneidung von Mädchen wieder mal per Gesetz verboten. Wer sich an einer Beschneidung beteiligt, dem droht nach dem neuen Gesetz eine Gefängnisstrafe zwischen drei Monaten und zwei Jahren oder eine Geldstrafe bis zu 940 US-Dollar (knapp 600 Euro).  Info/Quell Internet. In folgenden afrikanischen Staaten wurde diese "Praxis" inzwischen auch verboten: Kenia, Senegal, Burkina Faso, Dschibuti, der Zentralafrikanischen Republik, Ghana, Guinea und Togo.

11.12.2014 - Mit Comedy gegen eine grausame Tradition - Die Gruppe "HaraTV" versucht in Ägypten mit Theaterstücken über Genitalverstümmelung aufzuklären. Elisabeth Lehmann hat eine ihrer Aufführungen in Kairo besucht. "Du musst deine Tochter beschneiden lassen. Sie gerät sonst auf Abwege. Dann schaut sie rechts und links." Samys Stimme überschlägt sich, der 25-Jährige spielt eine alte Frau. Die Mädchen im Publikum kichern. Samy trägt ein blaues Kopftuch, das er mit einer Hand am Kinn zusammen hält. Mit überdrehten Gesten versucht er seiner Tochter klarzumachen, dass sie die Tradition der Beschneidung fortsetzen müsse. Die hingegen weigert sich. Ein Mann, der eine Frau spielt, das sorgt für viel Erheiterung im kleinen Saal des Gemeindezentrums. Auch wenn es um ein Thema geht, das den Mädchen wenig Grund zum Lachen gibt. Info/Quele Qantara  - (PS: Den Kommentar unter diesem Artikel hat die Leiterin des Kinderhilfsprojektes "Kleine Pyramide" in Luxor geschrieben.)

27.10.2014 - Die Hebamme mit der Rasierklinge - In Ägypten sind fast alle erwachsenen Frauen beschnitten. Theatermacherin Nada Sabet reist über die Dörfer und bringt die Menschen zum Umdenken. Info/Quelle ZeitOnline

12.10.2014 - Ägypterinnen wehren sich erfolgreich gegen Beschneidung - Auch heute noch werden jedem zweiten Mädchen in Ägypten äußere Genitalteile entfernt. Das ist zwar viel, aber weitaus weniger als noch vor ein paar Jahren. Zu Besuch bei einem Aufklärungsseminar für Frauen. Info/Quelle

12.10.2014 - Ägypten: Angeklagter Arzt verstümmelt weiterhin Mädchen - Die 13 Jahre alte Soheir al-Batea, die ihre Familie wochenlang vergeblich angefleht hatte, unversehrt bleiben zu dürfen, war von dem Arzt und Imam Raslan Fadl verstümmelt worden und starb an der schweren Verletzungen. Info/Quelle

So war es und so ist es heute noch: Jungfräulichkeit in Ägypten - Doppelmoral und Heuchelei